Holunderblütentage. Naturverbindung im Juni

Kennt ihr das? Wenn die Tage länger werden und man den ganzen lieben Tag immer etwas zu tun hat? Und gar nicht mehr damit aufhört, weil es ja immer noch hell ist und draußen der Möglichkeiten so viele?

Die Holunderblüte ist für mich so eine Zeit. Ich liebe diese großen, weißen Blüten, liebe ihren Duft und die tausend Sachen, die man daraus machen kann. Aber häufig hat mich genau das in der Vergangenheit in Stress versetzt. Jetzt Holundersirup fürs ganze Jahr machen, der ist ja immer so lecker. Jetzt Holunderfrittate, jetzt wieder möglichst häufig das leckere Holunderbrot backen, ach ja, und Tee soll es ja auch noch sein, der hilft immer so bei Erkältungen.

Da gerate ich unter Druck und merke, dass ich nur noch meine To-Do Liste abhake. Dabei will ich doch eigentlich genau das Gegenteil erreichen: Entspannung, Auszeit, meine Naturverbindung stärken.

Darum soll dieser Blogpost auch keinen Stress verbreiten, sondern euch ein bisschen Lust auf Holunder machen.

Traditionell ist der Holunder ein so genannter Hausbaum, den man zum Schutz gegen böse Geister und gegen Blitzeinschlag pflanzte. Bei den Germanen war der Holunder der Sitz der Göttin Holder (bei den Brüdern Grimm wurde dann Frau Holle daraus), die das Leben der Tiere und Pflanzen beschützte.

Bei uns stand tatsächlich schon ein Holunder im Garten und ich habe mich sehr über ihn gefreut. Außerhalb von Gärten findet man ihn in häufig Parks, aber auch im Wald und in der Au wächst überall Holunder (dort blüht er später als im Garten).

An seinen großen weißen Blüten ist er jetzt besonders gut zu erkennen. Haltet mal die Augen auf dem Weg zur Kita, in die Arbeit, zum Supermarkt offen, bestimmt entdeckt ihr früher oder später einen Holunderstrauch.

Wenn ihr ihn entdeckt habt: Einfach hingehen und an den Blüten riechen. Einen Augenblick still sein.

Falls ihr eine Tasche dabeihabt (Korb ist natürlich besser, aber wer schleppt schon ständig einen Korb mit sich herum), nehmt ein paar Blüten mit.

Ich mache zurzeit dann immer Tee daraus, dafür trocknet man die Blüten einfach auf einem Geschirrtuch. Ab und zu wenden. Wenn die Blüten ganz trocken sind, von den grünen Stielen abstreifen und in einer Teedose aufbewahren.

Gemischt mit Lindenblüten (kann man auch demnächst sammeln oder auch im Bioladen kaufen) wird daraus ein leckerer Erkältungstee, der bei fiesen Herbsterkältungen hilft.

Falls ihr etwas Zeit habt und etwas ungewöhnliches backen wollt: Ich mag Holunderblütenbrot sehr gerne, ein Rezept dafür findet ihr bei Wilder Wegesrand.

Aber nicht vergessen: Macht nichts, wenn ihr gar keine Zeit habt für nix. Nur diesen einen Moment des Riechens und Schnupperns, den solltet ihr euch gönnen. Und dann klopft ihr euch auf die Schulter, weil ihr so viel für die Bienen und Vögel übrig gelassen habt.

 

 

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