Mäusebussard

„Pijäh“ miaute es laut und deutlich immer wieder über meinem Kopf. Der Mäusebussard ist wieder da, dachte ich und suchte den Himmel ab. Ich hatte ihn schon häufig gesehen, wusste, dass er hier unten an der Bille, wo ich meinen Sitzplatz habe, jagt. Die an ein kleines Wäldchen angrenzende Auenlandschaft ist das ideale Jagdrevier für Mäusebussarde. Hier findet er seine bevorzugte Nahrung: Mäuse, Kleinsäuger, ungeschickte Jungvögel, Regenwürmer und Reptilien.

Aber nicht nur bei uns an der Bille gibt es Mäusebussarde, auch an Straßen kann man sie oft finden. Dort sitzen sie auf Telegrafenmasten oder Zäunen und warten auf Verkehrsopfer.

Generell ist es nicht schwierig, Mäusebussarde zu beobachten, sie gehören zu den häufigsten Greifvögeln Mitteleuropas.

Und ich freue mich immer wieder, ihn zu sehen. Oft entdecke ich ihn erst, nachdem ich seinen Ruf, der wie ein lautes Miauen klingt, gehört habe. Der Mäusebussard gehört zu den stimmfreudigsten Greifvögeln.

Gestern allerdings hatte ich Pech. So sehr ich den Himmel absuchte, es fand sich kein Greifvogel darin. Doch ich hörte den Ruf immer wieder und schlich mich leise an. Und so fand ich ein Eichelhäherpäärchen, das den Ruf ganz treffend imitierte. Irritiert ging ich nach Hause und fand heraus, dass Eichelhäher tatsächlich den Ruf des Mäusebussards nachahmen. (Und andere Vögel, doch dazu an anderer Stelle mehr.)

Steckbrief:

Mäusebussard

Buteo Buteo

Länge: bis 57 cm lang

Flügelspannweite: bis 128 cm

Standvogel

Lebensraum: Kleine Wälder mit angrenzenden offenen Landschaften, Ansitzjagd, sitzt auch oft auf Telegrafenmasten oder Zaunpfählen an Strassen und wartet auf Verkehrsopfer.

Nahrung: Mäuse und andere Kleinsäuger, ungeschickte Jungvögel, Reptilien, Regenwürmer

Ruf: laut miauend, pijäh oder auch als hiäh beschrieben.

Flug: aktiver Flug mit recht schnellen steifem Flügelschlag. Gelegentliches Rütteln auf der Mäusejagd, meistens kreisen sie allerdings ruhig in der Luft. Segelflug ab späten Vormittag zwischen 10-16, vor allem bei Schönwetterlagen, dann können sie ohne großen Kraftaufwand die Aufwinde nutzen.

Gefieder: sehr unterschiedliches Federkleid/große Variationsbreite in der Gefiederfärbung

Quellen: Viering/Knauer, Greifvögel und Eulen, Komet Verlag Köln, o.J.

Allmer, Frank, Vögel beobachten. Gute Nachbarschaft mit Amsel, Drossel, Fink und Star. Cadmos Verlag, Schwarzenberg 2010.

Mebs, Theodor, Greifvögel Europas, Kosmos Verlag, Stuttgart 2012.

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