Auf den Spuren des Fuchses

Fuchslosung

Meinen ersten Fuchs habe ich erst vor kurzem gesehen. Ich saß morgens an meinem Sitzplatz bei der Wildnispädagogik-Ausbildung – ein wunderschöner verwunschener Wald an einem glasklaren See in Mecklenburg-Vorpommern – als ich hinter mir ein Laut hörte, der wie Hallo klang, und daraufhin deutliches Rascheln im Laub.

Ich drehte mich um, um zu sehen, welcher Idiot da morgens im Wald so ein Krach macht, und erstarrte. Ungefähr zehn Meter von mir entfernt schnürrte ein Fuchs durch den Wald. Er hatte wohl gebellt, das war der Laut, den ich gehört hatte. Es war definitiv schon ein älterer Fuchs, er war groß und wirkte sehr majestätisch. Als ich mich vorbeugte, um seinen Weg weiter zu verfolgen, hörte er mich und lief rasch den Abhang hinauf.

Zuhause bei mir habe ich den Fuchs noch nicht gesehen – vielleicht aber schon seinen Schwanz. Letzte Woche, nachdem es so viel geregnet hatte, wollte ich kurz bei meinem Sitzplatz vorbeischauen, um zu überprüfen, wie es dort aussah. Ich hatte es eilig und war nicht besonders leise unterwegs. Als ich näher kam, sah ich gerade noch einen buschigen Schwanz, der im Gebüsch verschwand. Zuerst nahm ich an, dass es sich um einen Hund handelte und wartete darauf, dass er zurück kam oder der Besitzer des Hundes auftauchte. Keines von beiden geschah. Stattdessen hörte  ich, wie die Amseln im Schilf protestierten. Offensichtlich war das Tier dort vorbeigekommen. Nun weiß ich natürlich nicht wirklich, ob es der Fuchs war. Aber ich weiß, dass es einen Fuchs dort unten gibt, ich habe nämlich schon seine Losung auf einem Findlingsstein gefunden. (Siehe Foto. Allerdings war diese Losung verschimmelt und darum sehr untypisch für Füchse). Füchse benutzen ihre Losung als Markierungen, wenn ihr also fingerdicke und -lange Losung an einer auffälligen Stelle, wie z.B. einem Stein oder einem Baumstumpf findet, dann ist die Chance groß, dass euer Fuchs dort sein Revier markiert hat.

Mehr Spuren habe ich bisher noch nicht gefunden, aber ich bleibe dran und hoffentlich kann ich euch bald mehr berichten. Im Moment stehen die Chancen gut. Die Ranzzeit (so nennt man die Brunft beim Fuchs) ist zwar Anfang März schon wieder vorbei, aber auch während der Jungenaufzucht ist der Fuchs tagsüber zu sehen. Sonst muss man leider richtig früh aufstehen, um den Fuchs zu sehen, er ist nämlich ein nacht- und dämmerungsaktives Tier. Und mein innerer Schweinehund ist leider zu diesen Zeiten auch sehr aktiv.

Steckbrief Fuchs:

Vulpes vulpes

Länge: 60-82 cm

Schwanzlänge: 35-44 cm

Merkmale: Unterseite, Kinn, Kehle, und Innenseite der Läufe weiß-grau, im Winterbalg (ab November), dichter „Kragen“ bei männlichen Tieren.

Lebensraum: In allen Lebensräumen, sogar in Städten gibt es Füchse. Am liebsten lebt er in deckungs- und strukturreichem Gelände, wo es viele Kleinsäuger (Mäuse etc) gibt.

Nahrung: Mäuse, Kleinsäuger, Junghasen, Jungvögel, geleg. Rehkitze, Fallwild (Verkehrsopfer), Obst (bis zu 20%). In der Stadt vor allem: Kompost, Obst, Speisereste, Abfall. Generell gibt es eher ein Nahrungsüberangebot für den Fuchs.

Lebensweise: Dämmerungs- und nachtaktives Tier, nur in der Ranzzeit (Brunft) und während der Jungenaufzucht auch tagsüber aktiv. Hauptranzzeit von Januar bis Anfang März. Im Bau nur bei schlechtem Wetter. Nutzt oft noch bewohnte Dachsbaue.

Feinde: Wolf, Luchs, große Greifvögel (Jungtiere), Straßenverkehr, Krankheiten

Quelle: Miller, Christine, Wildtierkunde kompakt, blv München 2014.

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